Sunrise


St. Jean bis Pamplona

Nun bin ich schon drei Tage unterwegs, wovon die letzten beiden Tage recht angenehm war verglichen mit der Hammertour über die Pyrenäen, für die ich insgesamt 12 Stunden gebraucht hatte und erst um kurz nach 22.00 Uhr in Roncesvalles angekommen bin (die Österreicherinhinter mir hat sogar im Wald übernachtet - dazu hätte ich jedoch absolut keine Lust gehabt, so dass ich froh bin, dann noch in einem Hotel für nur 30,- untergekommen zu sein.

Von Roncesvalles ging es weiter über Wiesen und Felder und insgesamt im Vergleich nur wenig Steigung - relativ einfach zu bewältigen. Nur natürlich etwas Schlamm wie immer (heute hingegen ist meine Hose erstaunlicherweise sauber geblieben), stellenweise steinig, wie es auf dem Jakobsweg üblich ist. Dafür war ich dann auch schon um kurz nach sechs (18.00) in Zubiri, wo ich in der öffentlichen Pilgerherberge in einer alten (ehemaligen) Schule übernachtet habe. Lustig war es auch, im Hotel weiter die Hauptstrasse hinauf, wo wir (die Bayerin, die ältere Französon und ich) zu Abend gegessen haben, uns dem Kellner bei der Essensbestellung richtig verständlich machen zu können. Auch kam es zu Verwechslungen; die Bayerin, die Vegetarierin ist, bekam ihre Nudeln vor dem Salat (es gab extra Pilgermenüs mit drei Gängen - mein Kaffee war offenbar auch dabei inbegriffen), es wurde ein Flasche statt zwei Gläser Wein gebracht (was sich aber auch hat regeln lassen) und die Desserts wurden vertauscht. Aber es hat geschmeckt.

Heute kamen wir um kurz VOR 18.00 Uhr in Pamplona an. Einige Pilger haben sich schon im Vorort für die Nacht niedergelassen, und ein paar sind mit dem Taxi nach Pamplona gefahren (die 3 km höchstens!). Aber wir haben das Stück auch noch zu Fuss bewältigt - nach einem grossen Kaffee und einer kleinen Stärkung (1 Donut in meinem Fall).

Nun bin ich aber doch etwas hungrig, werde sehen, dass ich noch etwas esse und mir die Stadt anschaue. Um 22.00 Uhr muss ich spätestens wieder hier in der Herberge sein. Geduscht usw. bin ich schon. Ich werde also sofort losgehen.

31.5.07 19:57


Der Countdown läuft...

Am Montag Abend werde ich also nach meinem planmäßigen Zwischenaufenthalt übers Wochenende in Paris an meinem Startpunkt in St. Jean eintreffen. Bin schon sehr gespannt darauf.

Schon seit Anfang der Woche hatte ich bereits meine Sachen parat gelegt, letzte Vorbereitungen getroffen etc. Inzwischen habe ich mein Gepäck noch merklich restriktiv optimiert, und alles bis auf mein Proviant ist soweit fertig.

Vor lauter "Lampenfieber" habe ich heute kaum schlafen können, aber das kann ich ja auch im Reisebus nach Frankreich nachholen.

PS: Und ich bin überzeugt davon, dass ich es schaffen werde! Wenn dem nicht so wäre, bräuchte ich nämlich gar nicht erst loszugehen. Ihr werdet schon sehen.

26.5.07 05:15


Habla un poco Espagnol

Ich habe nicht vor, hier und in dieser Kategorie irgendeine Art "kleiner Spanischkurs" zu bringen bzw. zu ersetzen. Das könnt Ihr woanders lernen. Wer zum Beispiel praktisch "bei Null" anfangen möchte, kann sich dort Schritt für Schritt und völlig stressfrei schon mal einige Grundkenntnisse dieser Sprache aneignen.

Dennoch möchte ich (was für ein Service!) an dieser Stelle mal ein paar Sätze und Vokabeln hineinstellen, die speziell auf dem Jakobsweg nützlich sein oder auch teils zum besseren Verständnis beitragen könnten, wenn man wichtige Informationen, die man erfragt hat, erhält.

 

Hilfe und Informationen anfragen

Können Sie mir bitte helfen? = Puede usted ayudarme, por favor?

Ich möchte... = Quieres / Quisiera / Me gustaría ...

Entschuldigung, ich suche... = Perdón, busco...

 

Wegbeschreibung

Wie komme ich nach / zu ... (dem Ort, der Stelle, em Gebäude etc.) ? = Comó conseguio / logro al / a la ... ?

Gehen Sie... = Marcho / Ando...

geradeaus = todo seguido

links // rechts = a la izquierda // a la derecha

an ... (Ort) vorbei = junto a ... (locación)

an der nächsten Ecke = en la primera esquina

 

Rund um und in der Pilgerunterkunft

Wo ist hier die nächste Unterkunftsmöglichkeit (für Pilger)? = Dónde está aquí la más cercano ocasión de alojamiento (por peregrinos)?

Ist hier noch ein Bett für eine Pilgerin frei? = Está aquí todavia una cama disponible por una peregrina?

Kann ich hier auch eine Jakobsmuschel erhalten? = Puedo también recibir aquí una concha de Santiago?

Ich hätte gerne bitte eine = Quieres de buena gana una, per favor.

Von wann bis wann gibt es Frühstück? = De quandó a quandó hay desajuno?

Kann man auch ein Lunchpaket bekommen? = Puede también recibir una bolsa de merienda?

Wo befinden sich die Duschen / das Bad / die Toiletten / die Waschräume? = Dónde hallén las duchas / el ba~no / los serviciós / los cuartos de aseo?

Gibt es hier die Möglichkeit, Wäsche zu waschen / eine Waschmaschine? = Hay aquí la posibilidad de lavar la ropa / una lavadora?

(Wenn ja) Muss man das Waschpulver selber mitbringen? = (En el caso sí Tiene traer el detergente mismo?

 

Essen und Trinken (auch tagsüber, außerhalb der Unterkunft)

Mittagessen = almuerzo

Abendessen = cena

Wo kann man hier etwas zu essen bekommen? = Dónde puede comprar (kaufen) algo para comer?

- ein nicht zu teures Restaurant = un restaurante no demasiato caro

Könnte ich bitte ein Messer / eine Gabel / einen Löffel haben? = Tráigame un cuchillo / un tenedor / un cuchera, per favor?

Und zum Trinken nehme ich ein Glas ... (Getränk) = E por beber tomo un vaso (un copa für Stielgläser) ...

Was ist hier die regionale Spezialität? = Qué está aquí la specialidad regional?

 

Einkaufen (ganz ohne Geld auszugeben geht es schließlich auch hier nicht )

Wo finde ich hier den nächsten Geldautomaten? = Dónde hallo (?) aquí el más cercano cajero?

Entschuldigung, können Sie mir bitte sagen, wo die Bäckerei ist? = Perdón, puede usted me decir dónde está la panadería, per favor?

- ein Lebensmittelgeschäft = una tienda de comestibles

Wieviel kostet...? = Quando cuesta...?

Verkaufen Sie auch ... ein Mittel gegen Fußblasen / eine Fußsalbe? = Vende usted también ... un medio contra ampollas en el pie / una pomada de pie?

- Briefumschläge = sobres

- Briefmarken = sellos

- Postkarten = postales (carta = Brief!)

17.5.07 00:21


Und danach?

Nach meiner Rückkehr vom Jakobsweg werde ich ein Buch schreiben, in dem ich (unter anderem) meine Erfahrungen und Gedanken auf dem Jakobsweg einbeziehen werde.

Nein, es wird kein Reisebericht werden *fg* - davon gibt es weiß Gott schon genug, mit denen der Markt überschwemmt wird.

Heute kam mir sogar schon die Idee dazu. Allerdings werde ich den Teufel tun und irgendwas Näheres verraten.

Nix da. 


16.5.07 23:56


Die Meisten gehen...

Da meinte doch tatsächlich jemand aus meinem Bekanntenkreis, ich würde von Paris aus zu Fuß losgehen und nicht von Saint Jean Pied de Port!

Himmel! Von Paris fahre ich mit dem Zug nach Saint Jean und gehe von dort los. Das dürfte doch klar sein.

Was mich aber viel mehr als diese falsche Aussage störte, war der Satz: "Aber die Meisten gehen von ... los."

Einen Moment habe ich da bedauert, dass ich nicht die Zeit habe, tatsächlich von Paris aus loszugehen, einfach um zu demonstrieren, dass ich nicht "die Meisten" bin, sondern den Weg um meinetwillen gehe und es mein persönlicher Weg ist, den ich mir ausgesucht habe!

Und dass es mir wurscht ist, wie und warum "die Meisten" diesen Weg ebenfalls gehen.

Jedoch denke ich, dass das auch ohne eine solche Demonstration deutlich sein sollte.

16.5.07 23:43


Startpunkt definiert

Voraussichtlich werde ich, wenn möglich, von dieser Pilgerherberge aus starten.

Am Montag werde ich mal dort anrufen und fragen, ob die mich um die Uhrzeit, wo ich am 28.05. in Saint Jean Pied de Port eintreffen werde, noch einlassen. Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit, das so zu arrangieren - mein Bahnticket ist jedenfalls schon gebucht, und von meinem Zeitplan her (ich habe ja einen Aufenthalt in Paris mit entsprechendem Programm, von wo aus ich auch losfahre) kann ich auch nicht früher anreisen.

Normalerweise dürfte es keine Probleme geben, zumal ich gelesen habe, dass die meisten Pilgerherbergen bis 23.00 Uhr einschießlich geöffnet haben. Damit wäre ich noch im zeitlichen Rahmen (mein Zug kommt um 22.18 Uhr an). Aber sicher ist sicher.

Notfalls gibt es ja noch andere Übernachtungsmöglichkeiten in Saint Jean Pied de Port, wobei ich die Hotels von Vornherein kategorisch ausschließe - nicht nur der Preise wegen, sondern weil es in meinen Augen den Zweck der Reise nicht unbedingt "heiligen" würde. Ich würde das nicht wollen, oder nur, wenn es absolut nicht anders geht.

11.5.07 20:36


Mit oder ohne Wanderstock?

Soweit ich denken kann, empfand ich bei Touren zusätzlichen äußeren Ballast aller Art - Stöcke, Regenschirme... ausgenommen natürlich Skistöcke beim Skifahren, wo sie notwendig sind und mehr Sicherheit verleihen - als störend.

Wenn ich mich entsinne, wie viele Regenschirme (als alltägliches Beispiel - nicht dass ein Regenschirm auf dem Jakobsweg in Betracht gezogen würde, nein, natürlich nicht!) ich in meinem Leben schon verschlampt, irgendwo liegen gelassen habe, erscheint es mir fraglich, ob es sich lohnen würde, einen Wanderstock von zu Hause aus mitzunehmen.

Sollte ich aufgrund der Witterungs-, Weg- oder sonstigen Verhältnisse einen benötigen, werde ich mir daher vor Ort einen solchen organisieren - einen, der zudem für die jeweilige Situation angemessen ist.

Aber ich sehe für mich keinen Sinn darin, von Vornherein einen Stock mitzuschleppen, den ich möglicherweise für einen Großteil des Weges gar nicht brauchen werde.

Man kann eben nicht für alles gerüstet sein - darüber hinaus ist es auch wichtig, dass man auf dem Weg auch, wenn man nicht auf alles vorbereitet ist, darauf vertrauen kann, dass man es schaffen wird. Und dass man ggf., wenn dies zum Weiterkommen vonnöten oder zumindest nützlich ist, eigene Lösungen findet, um die jeweilige Situation zu bewältigen.

Und überhaupt ist es ja auch in eigenem Interesse, sich bei der Zusammenstellung der Utensilien auf das Wesentliche, also auf das, was man wirklich braucht und was man nicht unterwegs besorgen kann, zu beschränken. 

Klar, ein paar persönliche Sachen gehören - für mich zumindest - dazu. Wie etwa meine Kamera, mit der ich die schönsten Eindrücke festhalten möchte. Sowie das Reisetagebuch, wo ich meine Gedanken und Impressionen aufschreiben werde.

Das ist jedoch ganz individuell - jeder entscheidet selbst, wo er / sie seine / ihre Prioritäten setzt.  

10.5.07 20:05


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