Sunrise


In Melide

Da die Herberge leider voll war, als ich hier ankam, musste ich mir zur Abwechslung mal wieder ein Zimmer suchen. Na ja, die 20- Euro-Unterkunft kann ich mir ja so kurz vor Santiago gönnen. :-)

Gestern war ich in einer wunderbar familiären Herberge auf einem Kuhdorf 8 km vor Palas de Rei. Die Bewirtung dort war einfach toll, ebenso das rustikale Ambiente! Dabei finanzieren sie sich ausschliesslich durch Spenden (man kann ein Donativo dazugeben, wobei es für mich auch selbstverständlich ist, etwas zu geben). Das Essen hat auch geschmeckt.

Von irgendwo hinter O Cebreiro bis kurz nach Portomarin bin ich die meiste Zeit mit einer spanisch sprechenden Gruppe (mit denen ich selbst mich allerdings auf Englisch verständigt habe) gegangen und hatte schliesslich beim Zuhören das Gefühl, immer mehr von den Konversationen in dieser Sprache zu verstehen - wenngleich es fürs selbst tiefer gehende Gespräche auf Spanisch führen noch nicht ausreicht. In Sarria (=davor) wurde der Geburtstag von einem von ihnen gefeiert.

Andererseits habe ich es in den letzten 1 1/2 Tagen auch genossen, wieder allein und ganz in meinem eigenen Rhythmus zu gehen. Das heisst, weniger grosse und dafür mehr kleinere Pausen. Und schliesslich treffe ich allein meine Entscheidungen mindestens fünf Mal so schnell. ;-)

5.7.07 22:20


Endlich!

Gestern habe ich galizischen Boden betreten! Allerdings sind es noch etwa zwei Wochen, bis ich Santiago de Compostela erreichen werde.

Ich bin ganz froh, dass ich den Berg bis nach O Cebreiro gestern noch hinter mich gebracht habe. Auch wenn ich gerade noch das Glück hatte, das letzte verfügbare richtige (!) Bett - wenn auch nicht in der Pilgerherberge - ergattert zu haben. Es ist auf jeden Fall besser, als auf dem Boden zu schlafen, wie es manche in der Herberge gemacht haben (und nebenbei braucht man auf diese Weise auch nicht so auf die Uhr zu gucken, um punkt 22.00 Uhr in der Herberge zu sein oder jemanden zu finden, der einem dann die Tür aufmacht). Zwei Italienerinnen sind abends mit dem Taxi nach Alto de Poyo zur nächsten Herberge gefahren, und die Mexikaner haben im Zelt übernachtet.

O Cebreiro ist wirklich ein sehr stimmungsvoller Ort mit urgemütlichen Steinhäusern und rustikal eingerichteten Bars (diese hier, in der ich auch gefrühstückt habe, hat es mir jedenfalls angetan - schön!).

Wenn ihr übrigens einmal nach O Cebreiro kommt und / oder den Camino geht, solltet Ihr unbedingt einmal den Queso de Cebreiro con miel zum Nachtisch probieren! Und die Tarta de Santiago (Kuchen mit Mandeln, sehr süss) sowieso.

1.7.07 10:28


Doppelt so langsam ;-)

... bin ich gestern gegangen. Jedenfalls hatte ich mir morgens richtig viel Zeit gelassen (ich hatte in einer Pension übernachtet - ursprünglich, weil ich die Herberge dort nicht gefunden hatte), und hatte bis nach Elf beim Frühstück mit der Inhaberin gequatscht, die auch durch häufige Frankreichaufenthalte Französisch spricht, und hatte dann in dem idyllischen Ort Molinaseca - wo übrigens die Menschen im Fluss badeten und das Café gleich neben der alten römischen Brücke am Wasser ist - eine einstündige Pause gemacht und später noch eine kreative Pause unter einem Kirschbaum mit reifen Kirschen direkt in Reichweite. :-)

In Ponferrada wollte ich mir eigentlich etwas kochen - Dies erwies sich jedoch als nicht notwendig, da schon jemand anders ein sehr leckeres Gericht für alle zubereitet hatte. Immerhin wurde meine Flasche Wein leer, die ich seit Astorga mit mir herumgeschleppt hatte.

Und nun bin ich in Cacabelos angekommen. Schöner Ort, wie viele am Camino, aber an sich nichts Besonderes. Die Herberge ist direkt neben einer Kirche... Vor einiger Zeit (also kurz bevor ich die Provinz Palencia betrat, die vor Leon kam) bin ich an einer Herberge vorbeigekommen, die IN einer Kirche / Kapelle war, und von der ich schon einige Erzählungen von Pilgern gehört habe - schade, dass ich damals nicht dort geblieben bin; ich hätte gern etwas von dieser Atmosphäre mitbekommen.

28.6.07 19:24


Der spanische Lebensrhythmus

... ist zunächst einmal gewöhnungsbedürftig (Geschäfte und Museen / Kirchen etc. haben meist zwischen 14.00 und 16.30 Uhr geschlossen), aber vom Grundprinzip her gar nicht so schlecht.

Etwas seltsam für deutsche Besucher dieses Landes mutet es allerdings an, wenn Sonntag abends die Strassen einer Stadt noch randvoll gefüllt mit Menschen aller Generationen sind. Müssen die montags morgens eigentlich nicht arbeiten oder so was?

Nun, wenn ich um diese Uhrzeit nicht a) müde wäre, und b) die Herbergen i.d.R. bereits um 22.00 Uhr ihre Tore schliessen würden, so dass ich rechtzeitig dort sein muss, dann... wäre ich da deutlich flexibler und könnte es den Spaniern irgendwann zur Abwechslung einmal gleichtun (aber ich bin ja nicht zum letzten Mal in Spanien, und nicht immer wird es der Camino sein).

PS: Ich bin übrigens doch "schon" in Astorga geblieben und bin froh darüber. Morgen geht es dann nach Foncebadon (25 km).

24.6.07 22:20


Von Leon bis Hospital de Orbigo

Nachdem ich einen Extratag in Leon verbracht habe, um mir diese wunderschöne Stadt näher anzusehen (eigentlich hätte ich ja auch übers Wochenende dort bleiben können - aber dann hätte ich mich wahrscheinlich umso schwerer von dieser Stadt trennen können  , habe ich gestern in Villadangos übernachtet. Ursprünglich wollte ich bis nach San Martin del Camino, doch leider war ich zu spät dran, um es noch bis dorthin zu schaffen. Das kam zum Einen daher, dass ich mir morgens Zeit gelassen hatte, und zweitens hatte ich mich noch zweimal verlaufen (beim ersten Mal war das Zeichen sehr unauffällig angebracht; beim zweiten Mal bin ich den Weg auf der falschen Seite der Autobahn gegangen, der - wie ich dann bemerkte - davon abging und dann irgendwo auf einem Feld endete).

Rückblickend bin ich jedoch froh, dass ich gestern nicht bis San Martin gekommen bin, auch wenn die Herberge dort noch so gut ausgestattet ist. So konnte ich wenigstens dort frühstücken (riesengrosse Brotscheiben, Butter und Marmelade standen bereit, und man bekommt einen grossen Caffe con leche dazu - das alles für nur 3 Euro ) und mich entschliessen, mich in der schönsten Herberge bisher im ebenfalls schönen Ort (zu gross, um es "Dorf" zu nennen) Hospital de Orbigo einzuquartieren und einen entspannten Nachmittag zu verbringen.

Morgen geht es dann weiter nach Astorga - übernachten will ich aber erst in einer Herberge dahinter, womöglich Santa Catalina.

23.6.07 19:28


Zwei Premieren

1. Heute habe ich mich zum ersten Mal auf dem Camino verlaufen; d.h. ich bin 1 km geradeaus nach Villamarco gegangen anstatt rechts abzubiegen in Richtung Reliegos. Zum Glück war ich da nicht die einzige. Und entschädigt wurde ich dafür durch das Ereignis / die Gefälligkeit aus Punkt 2.

2. Ich bin heute zum ersten Mal auf dem Camino Bus gefahren. Der freundliche Busfahrer, der mich und noch ein paar andere Pilger so patschnass durch den Regen stapfen sah, hat einfach so angehalten und uns bis hierher nach Reliegos mitgenommen.

Das war übrigens heute Nachmittag um halb vier. Nun ist der Regen lange vorbei, ich trage trockene Klamotten und hoffe die anderen, frisch gewaschenen werden es morgen auch sein.  

19.6.07 18:37


Geschärftes Bewusstsein usw.

Wenn eine Strecke sich so sehr hinzieht wie die 17 km von Carrion bis Calzadilla heute... dann nimmt man auf einmal die kleinen Veränderungen - wenn sie denn mal auftauchen - deutlicher wahr.

Immerhin gab es ungefähr in der Mitte einen Imbiss. Aber - ähm - gilt es als unhöflich, wenn man statt des angebotenen Containerklos lieber die "Toilette der Natur" aufsucht? Selbstverständlich unauffällig. :-)

Na ja. Die Strecke nach Ledigos wird wohl nach dieser Pause hier schneller weitergehen. Ob ich dann noch die drei km nach Terradillos de los Templarios weitergehe... das entscheide ich, wenn ich in Ledigos bin. (Ob dieser Ort wohl so heisst, weil es dort so viele Ledige gibt??? Das werde ich schon früh genug erfahren. *gg* Als gute Eselsbrücke taugt diese Überlegung allemal.)

16.6.07 15:33


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