Sunrise


Wie geht's weiter?

Lange habe ich überlegt, was ich mit diesem Blog weiter anfangen könnte. Ursprünglich war es ja nur ein thematischer Reiseblog rund um den Jakobsweg. Natürlich gäbe es noch genug Dinge, die ich in diesem Rahmen bei Gelegenheit ansprechen könnte und die für Menschen mit Interesse daran - oder gar der Intention, diesen Weg ebenfalls zu gehen, nützlich und informativ wären. Auf Dauer glaube ich aber, dass dies auch etwas einseitig wäre.

Deshalb denke ich zurzeit noch darüber nach, wie ich den Rahmen - basierend auf dem Bestehenden - noch mehr ausweiten könnte. Eine Zeitlang hatte ich die Idee, zusätzlich zum herkömmlichen Thema einen Wanderblog daraus zu machen. Jedoch kam ich zu dem Schluss, dass das allein unter den gegebenen Umständen noch nicht ausreichen würde. Wenn ich andererseits mindestens ein Mal pro Woche wandern würde, dann wäre das Thema sicherlich inhaltsfüllend. So aber... Eher nicht. Es könnte EIN Aspekt sein, jedoch nicht die einzige Ergänzung.

Nun ja, mal sehen, was draus wird. Ich möchte mich da auch nicht unter Druck setzen, zumal ich ja mehrere "Baustellen" im Netz und auch sonst habe. Fest steht, dass die Themen für mich schon irgendwie hier hinein passen sollten. In diesem Sinne kommt vielleicht auch mal wieder die Zeit, wo es hier wieder mehr zu lesen geben wird. Wie heißt es noch so schön: Kommt Zeit, kommt Rat!

PS: Schade, dass man bzgl. der Kommentare hier nur die Wahl zwischen "Alles oder Nichts" hat. Angesichts der verstärkten Spams der letzten Tage hätte ich mir gewünscht, diese Kommentare zuvor redaktionell prüfen zu können. So bleibt nur die Möglichkeit, diese nachträglich zu löschen (nachdem sie so lange einfach da standen).

EDIT:
Aufgrund gesteigerter Massenspams habe ich nun [ab dem 30.09.2010] doch die Kommentarfunktion bis auf Weiteres abgestellt. Ich bitte dafür um Verständnis, dass ich keine Zeit geschweige denn Lust habe, meine Zeit mit dem Sichten und Löschen nichtssagender Werbekommentare zu vertrödeln. Die Kommentarfunktion kommt frühestens dann wieder on, wenn / falls ich hier wieder regelmäßiger schreiben sollte.
21.9.10 17:59


Eine ausführliche Zusammenfassung

... meiner Erfahrungen, inklusive der wichtigsten praktischen Infos, Hinweise und Überlegungen meinerseits zum Camino de Santiago habe ich auch dort veröffentlicht.

Wer sich für den Jakobsweg in Spanien interessiert oder sogar vorhat, ihn selbst zu gehen, für den könnten die einen oder anderen Aspekte daraus interessant sein.

15.12.08 01:22


3 Monate danach - Was ist vom Camino geblieben?

Nun, nachdem ich die meisten Eindrücke gedanklich verarbeitet habe, ist es an der Zeit, kurz Bilanz zu ziehen.

Was hat mir der Camino fürs Leben, für den Alltag, gebracht? Was habe ich von ihm mitgenommen?

Natürlich lässt sich das nicht in zwei Sätzen ausreichend beantworten. Er hat mir schon eine Menge migegeben - mal davon abgesehen, wohin er mich geführt hat, wovon ich zu Beginn und auf dem Weg dorthin noch nichts ahnte... Obwohl er mir rückblickend vielleicht schon einige Zeichen hat zuteil werden lassen, die ich jedoch niemals auf mich bezogen habe. Und es war auch gut so, dass ich keine Erwartungen gestellt habe, sondern alles habe auf mich zukommen lassen. Sonst wäre mir wohl auch nicht dieses Glück zuteil geworden - ich könnte es auch als Bestätigung und Belohnung dafür sehen, dass ich bis dahin alles richtig gemacht habe...

Nun: Was hat mir der Camino pragmatisch gesehen beigebracht?

Ich habe meinen Rhythmus gefunden, weiß jetzt noch besser, wie ich ticke, und wie ich mich am besten motivieren kann (meine Ziele vorausschauend stecken, und es gelassen nehmen, wenn irgendetwas dazwischen kommt und ich sie daher erst am nächsten Tag erreiche).

Gelassenheit, und viel Geduld mit mir selbst, ist das zweite. Das setzt eine gewisse Selbstsicherheit voraus - die Gewissheit, dass ich auf jeden Fall schaffen kann, was ich auch wirklich will, wie auch immer die Umstände sein mögen, welche Umwege oder zusätzliche Zeiten ich in Kauf nehmen muss. Diese Gewissheit erlange ich am besten durch positive Erfahrungen mit mir selbst, die mir dies bestätigen.

Bei der Ausdauer ... nun ja, da muss ich im Alltag noch ein wenig üben. Grundsätzlich ziehe ich Dinge, die ich mir fest vorgenommen habe, auch durch. Es kann allerdings dauern, bis ich erst einmal angefangen habe. Aber Rom Santiago wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Es heißt: Weiter am Ball bleiben. Auch auf dem Camino ist das Motto: "Keep on running." Oder going - diese langsamere Variante liegt mir eher. Wie viele Menschen mich auf dem Camino überholt haben, weiß ich nicht mehr. Von solchen "Marathonläufern" darf man sich aber nicht aus dem eigenen Konzept bringen lassen. Außerdem steht zu befürchten, dass einige von denen den Sinn des Camino ein wenig missverstanden haben.

Dass Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft den Menschen gegenüber auch irgendwann auf mich selbst zurückkommt, wusste ich schon vorher. Trotzdem halte ich es für eine wichtige Erkenntnis, und der Camino hat es mir einmal mehr deutlich bewusst gemacht.

Dies wären die wesentlichen Aspekte, die mir spontan einfallen.

Aber, wie gesagt sind das nur einige Punkte. Und jeder muss den Weg schon für sich selber gehen, um herauszufinden, was der Camino ihm persönlich "sagen" wird. Offenheit für das, was kommt, und nicht zu viel jammern (wie der Kerkeling das in seinem Buch so oft getan hat ), sondern dankbar sein - das sind die Voraussetzungen dafür, seine individuellen Lektionen auf dem Camino wahrzunehmen.

PS: Und lasst Euch nicht durch Hapes Beschreibungen des Essens und mancher Orte davon abbringen, den Camino gehen zu wollen. Im Jahre 2007 ist mir unterwegs kein einziges Restaurant untergekommen, wo das Essen ungenießbar gewesen wäre. Und auch viele Dörfer scheinen seit 2001 ihr Gesicht ziemlich zum Positiven verändert zu haben. Vielleicht liegt es an meiner Betrachtensweise, dass ich das alles nicht so eng oder kritisch sehe, und dass Hape eben einfach ein verwöhnter Promi-Stadtmensch ist - aber ich kann Euch beruhigen: SO schlimm ist es nicht.

Wer damit leben kann, dass es einige lautstarke Schnarcher in den Herbergen gibt (glaubt mir: wenn man den ganzen Tag gelaufen ist, ist man so müde, dass so etwas einen nicht vom Schlafen abhält), wenn man gut über mufflige Gerüche nach Schweiß hinwegsehen kann und am besten nur mit Flipflops (die wiegen ja nix) die Duschen betritt, dann wird man den Jakobsweg schon gut überstehen.

28.10.07 16:23


Mon chemin

Dieses Gedicht schrieb ich in einer meiner inspirierten Phasen im Schatten eines reich mit reifen Früchten behangenen Kirschbaumes am Camino.

Es fasst die wesentlichen Grundgedanken, die auch ich mir auf dem Weg unter anderem so gemacht habe, denke ich gut zusammen. 

 

Mon chemin

 

Ce n’est pas moi qui fait le chemin,

c’est le chemin qui me fait.

 

Avec chaque pas je deviens

un peu plus moi même.

Et chaque coup d’air entraîne

que je sens plus mes liens

entre tout le monde et la

nature juste devant moi,

elle qui m’offert

tout ce que j’ai besoin

pour vivre, et

me diriger vers

mon objectif lointain…

 

A cela je fais confiance.

Nul n’a aucune importance

ou n’a aucun vrai sens

si on vit contre son temps.

 

Alors je continue

mon chemin de belles vues,

ne cherche rien qui n’est pas

juste devant mon né, ou lá-bas

á deux cents mètres de rencontre,

mon propre destin qui me montre

ce qui va me trouver.

 

Ah oui ! je me laisse trouver

de tout ce qui m’arrive.

Et puis je sourie,

dit merci

á la richesse donnée

que j’ai emmené

sur le chemin

qui ma fait

me fait

et me fera

le lendemain.

 

Car ce n’est pas moi qui fait le chemin,

c’est le chemin qui me fait.

Et moi, je l’ai choisi

comme MON chemin.

 

© Karin Scherbart

 

14.8.07 23:03


In Muxia

... endete für mich der Camino de Santiago vor 10 Tagen. Und hielt der Camino des Lebens einige Erlebnisse für mich bereit. Nun muss ich erst einmal "richtig", d.h. auch mental, heimkehren.

Hier wird es denke ich nicht mehr viel zu lesen und zu sehen geben. Es folgen nur noch die Fotos (uff: aus über 1300 muss ich die Schönsten heraussuchen!) und vielleicht noch ein paar Legenden / Hintergründe / allgemeine Infos.

Mal sehen. 

1.8.07 08:31


Finisterre

Ich dachte immer, am Arsch, äh "Ende der Welt" (Finisterre, Spanisch auch: Fisterra) wäre gar nichts! Aber falsch: In dieser Kleinstadt gibt es alles, was man zum Leben braucht, und tobt Selbiges - besonders Samstag nachts ;-) - wie an anderen Orten dieses Landes auch.

GANZ am Ende, dem Zipfel, wo die "0 km"-Markierung, der Leuchtturm und ein Café stehen, war ich natürlich auch schon - zu dem Zeitpunkt zeigte sich sogar die Sonne, so wie ich es nach dem gestrigen Schmuddelwetter erhofft hatte. :-)

Nun habe ich noch einen Ruhetag eingeplant - damit ich endlich mal im Atlantik baden kann, egal wie das Wetter morgen aussieht. Als ich gestern an einigen Stränden vorbei kam, hatte ich aufgrund eben jenes Wetters keine rechte Lust dazu.

Ansonsten werde ich ja auch noch in Muxia die Gelegenheit dazu haben, wohin ich ebenfalls zu Fuss gehen werde, allerdings nach dem dortigen Aufenthalt vielleicht mit dem Bus nach Santiago zurückfahren werde. Je nachdem, wieviel Zeit mir bleibt.

Übrigens ist die Finisterre-Urkunde meiner Ansicht nach noch viel schöner als die aus Santiago.

Nachtrag am 16.07.: Ja, ich war heute im Meer schwimmen; bei gutem Wetter und angenehm erfrischender Wassertemperatur. 

15.7.07 18:44


Angekommen!

Zwar schon vorgestern - aber ich komme erst jetzt dazu, es zu verkünden.

43 Tage habe ich gebraucht - und ich habe jeden einzelnen davon genossen und ganz bewusst erlebt.

Na ja, GANZ angekommen bin ich ja noch nicht, denn ab morgen geht es ja noch weiter nach Finisterre und vielleicht noch nach Muxia, dann mit dem Bus zurück nach Santiago, wo es dann heisst, die Zeit bis zu meinem Abflug herumzukriegen. Ich bin jedoch optimistisch, dass mir während dieser Zeit keineswegs langweilig werden wird, gibt es doch genug hier zu sehen, zu hören und zu erleben. Auf den Plätzen um die Kathedrale ist praktisch immer etwas los - sogar bis mitten in der Nacht, und zwar nicht nur an den Wochenenden.

Natürlich habe ich mir auch schon meine Compostela abgeholt. Jetzt weiss ich endlich, wie ich auf Lateinisch heissen würde. *g*

Wie das "Ankommen" selbst sich so angefühlt hat? Eigentlich nicht viel anders als das Ankommen an jedem anderen Ort auch. Meine ersten Gedanken waren zunächst einmal ganz praktischer Art: Wo werde ich während meines Aufenthaltes logieren? Da momentan nur eine einzige Herberge in der Stadt selber zur Verfügung steht, blieb eben die Möglichkeit, mir ein Zimmer zu suchen. Dieses liegt nun in einer Strasse direkt unterhalb der Kathedrale und ist natürlich auch preislich akzeptabel.

Erst als das geklärt war, bin ich erst richtig im Geiste dort angekommen. Was noch dadurch bestärkt wurde, als ich noch einige andere Pilger, die vor und nach mir angekommen waren und die ich auf dem Weg kennen gelernt hatte, wiedersah.  

10.7.07 16:17


 [eine Seite weiter] Gratis bloggen bei
myblog.de